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Bonding – Bindung durch Körperkontakt

Bonding ist zurzeit in aller Munde, doch was ist Bonding und was bewirkt es wirklich. Früher galt es als Idee alternativer Hebammen in der sanften Geburtshilfe, doch jetzt hat man dieses Thema wissenschaftlich erforscht. Vieles dreht sich dabei um das Hormon Oxydocin.

Oxydocin wird in verschiedenen Situationen ausgeschüttet und führt zur Kontraktion der glatten Muskulatur. So löst es den Orgasmus aus, ist während der Geburt für die Wehentätigkeit verantwortlich und beim Stillen für den „Let down Reflex“. Es wird vermehrt durch Körperkontakt und Streicheln ausgeschüttet. Der Mann ist zärtlich zu seiner Frau und zwei nackte Körper schmiegen sich aneinander. Oder das Baby saugt an der Brust und bringt so das Oxydocin zum Fließen. Neueste Forschungen zeigen aber, dass Oxydocin nicht nur im Blut wirkt sondern auch als Transmitter ( Botenstoff) im Gehirn. So wird durch dieses Hormon das Schmerzempfinden der Mutter während der Geburt herabgesetzt. Der Wehentropf mit Syntocinon ( künstliches Oxydocin) wirkt übrigens nur im Blut. Durch die Ausschüttung beim Stillen werden Mütter ruhiger und sind weniger ängstlich. Es gibt noch viele weitere Wirkungen auf die Mutter doch wir wollen uns mit der Bindung beschäftigen.

Wenn ein Baby nach der Geburt Haut auf Haut bei seiner Mutter liegt wird auch bei ihm im Gehirn Oxydocin freigesetzt. Das Baby wird ruhiger und schreit weniger. Diese seelische Ruhe wird auch von einer physischen Entspannung begleitet. Die Hauttemperatur steigt dadurch, da sich die Blutgefäße erweitern. Während der Wehen ist der Stresslevel der Kinder sehr hoch. Dies ist für die Geburt und zum Beispiel für die Lungenreife notwendig.  Gerade deshalb ist der Hautkontakt nach der Geburt so wichtig um dem Geburtsstress entgegenzuwirken. Es kommt dabei zu einem Langzeiteffekt für Mutter und Kind. Diese Kinder interagieren  besser mit der Mutter und sie können auch besser mit Stress umgehen. Bei beiden ist dies oxydocinabhängig. Wichtig ist es dabei festzuhalten, dass dieser enge Kontakt zwischen Mutter, Vater, Geschwister und dem neuen Baby  nachhaltig wirksam sind wie eine Art Prägung. Auch Männer haben Oxydocin im Blut und dieses Hormon ist auch bei Ihnen während der Schwangerschaft und nach der Geburt erhöht.

Wie geht Bonden? Das nackte Baby wird nach der Geburt auf den nackten Oberkörper von Mama oder Papa gelegt. Dieser Körperkontakt soll ungestört stattfinden und mindestens ½ Stunde dauern doch je länger umso besser.

Das Kind ist neun Monate in Ihrem Bauch unter ihrem Herzen gewachsen. Dort herrschte immer dieselbe Temperatur, Hell und Dunkel unterschieden sich nur im Rotton. Das Baby kennt Ihren Geruch (intrauterines Riechen), es kennt den Rhythmus Ihres Herzschlages. Es kennt die Stimmen von Mama und Papa, den Geschwistern oder wer sonst immer mit Mama zusammen ist. Allerdings in abgedämpfter Form. Bei Tag und Nacht wird es geschaukelt durch Ihre Bewegung und durch Ihre Atmung. Es hört das Rauschen der unteren Hohlvene und Ihre Darmgeräusche. Je länger die Schwangerschaft anhält umso fester umspannt es die Gebärmutter. Doch dann kommt ein Tag an dem ist alles anders. Die Wehen drücken das Kleine mit starken Kräften in das Becken es muss sich drehen und strecken und plötzlich wird es ganz hell und es hört Stimmen und Geräusche die es noch nicht kennt. Außerdem ist es kalt und es spürt keinen Halt mehr. Natürlich hat es Angst und Panik was zu einer erhöhten Herz und Atemfrequenz führt und dadurch zu einem höheren Sauerstoffverbrauch. Doch dann kommt es auf den Bauch von Mama. Sein Ohr liegt auf Ihrer Brust und es erkennt den gewohnten Herzrhythmus. Es riecht die Mama und erkennt die Stimme seiner Eltern. Es spürt sich wieder und Oxydocin fließt und erledigt den Rest. „Nun, heute hat sich vieles verändert, aber einiges erkenne ich wieder und ich fühle das man es gut mit mir meint ich spüre Liebe!“

Oxydocin ist unser Liebeshormon!!

Was mache ich wenn Bonden nicht möglich war? Bonden ist kein einmaliges Geschehen. Immer wieder soll man das Kind ausziehen und Haut auf Haut entspannen. Bonden kann man nachholen. Manchmal ist eine medizinische Versorgung wichtiger. Falls die Mutter nicht zur Verfügung steht, z.B. bei einem Kaiserschnitt, so sollte unbedingt der Papa bonden. Geschwister die gebondet haben sind viel weniger eifersüchtig und viel sicherer im Umgang mit Ihrem neuen Familienmitglied.

Sie werden sehen viel Körperkontakt, Haut auf Haut, in Ihrer Familie lässt den Oxydocinspiegel aller steigen. Oxydocin ist unser Liebeshormon und mit Liebe lassen sich alle neuen Herausforderungen auch bei wenig Schlaf besser bewältigen.

Liebe Grüße

Eure Elfriede Seiwald

 

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